Die erstaunliche Vielfalt in Flora, Fauna und Landschaft prägt das Bild der großen und wunderschönen Insel Lesbos. An den Ufern des breiten Golfs von Kalloni ging Theophrast von Eressos seiner Arbeit nach, die ihm später den Beinamen „Vater der Biologie“ einbrachte. Heute heißt die Insel Besucher aus aller Welt willkommen - Naturliebhaber, Wanderer, Vogelbeobachter, Tierliebhaber und viele andere.

 

 

Vogelbeobachtung auf Lesbos

Im Frühjahr dient Lesbos tausenden Zugvögel als Raststation. Die geografische Lage, die Größe und die Naturbeschaffenheit der Insel ziehen die Vögel an. Vogelkundler aus aller Welt besuchen Lesbos im April und Mai zum „Birdwatching“. Mit Glück können mehr als 180 verschiedene Vogelarten während einer Woche „Birdwatching“ gesichtet werden. Mit einem Mietwagen oder Kleinbus sind alle „Vogelgebiete“ gut erreichbar.

Eine Übersicht der Vogelarten im Frühling bieten wir Ihnen am Ende der Seite an.

 

 

 

 

Bedeutung des Golf von Kalloni für die Region:

Die Sumpfgebiete, Wasserlöcher, Flüsse, Salzpfannen und Olivenhaine der großen, fruchtbaren Ebenen rund um den Golf von Kalloni bieten ausgezeichnete Voraussetzungen und Lebensräume für Zugvögel. Nur durch einen schmalen Durchlass mündet der Golf von Kalloni in die Ägäis und bewirkt ein interessantes Meeres-Ökosystem mit reichem Vorkommen an Muscheln und den erstklassigen Sardinen, die vor nicht allzu langer Zeit auf den Märkten von Odessa, Alexandria und Smyrna zum Kauf angeboten wurden. Aufgrund der großen naturwissenschaftlichen Bedeutung des Golfes wurde der Landschaftsbereich an das Europäische Netz für Natur 2000 angeschlossen. In Anlehnung an die EU Lebensraum-Richtlinie zählt der Golf nun auch als außerordentlich seltenes und geschütztes Gebiet. 

Die gegenwärtige langsame Austrocknung des nahegelegenen Kalloni Pool beunruhigt viele Naturliebhaber. Direkt gegenüber dem Hoteleingang gelegen, bietet er im Winter und Frühling hervorragende Bedingungen für die Vogelwelt. In regenreichen Wintern bildet sich ein kleiner Teich umgeben von hohem Gras und Büschen. Das Hotel Pasiphae arbeitet eng mit Vogelkundlern, nationalen und internationalen Organisationen zusammen, mit der Zielsetzung diese Entwicklung aufzuhalten und das Gebiet als Lebensraum für Zugvögel zu schützen.

 

 

 

Die Umgebung des Hotels Pasiphae:

Durch die einzigartige, ideale Lage in Skala Kallonis bietet das Hotel Pasiphae eine ruhige Oase zur Entdeckung der Tier- und Vogelwelt auf Lesbos. Während der Frühlingsmonate werden Sie morgens von einem „Orchester“ der Singvögel geweckt und der Abend ist erfüllt von einem Chor der Eulen, Frösche und dem gelegentlichen Gesang der Nachtigall. Auf den Spazierwegen rund um das Hotel können Sie bis zu 60 verschiedene Vogelarten entdecken. Einige der besten Beobachtungsplätze der Insel befinden sich kurz hinter dem Hoteleingang, zum Beispiel der Kalloni Pool, an dem Zwergdommel, Rohrdommel, Braunsichler, Purpur- und Rallenreiher, Weißstörche und Zwergseeschwalbe heimisch sind

Salzpfannen:

Östlich vom Hotel Pasiphae sind die großen Salzpfannen von Kalloni. Bei einem Besuch am frühen Morgen – die Sonne im Rücken – werden Sie mit faszinierenden Fotomotiven und einem Chor der Singvögel belohnt. Einige der vielen Vogelarten, die Sie hier wahrscheinlich beobachten können, sind: Rallenreiher, Braunsichler, Rohrweihe, Kappen- und Grauammer, Braunkehlchen, Bienenfresser, Kampfläufer, Stelzenläufer, Sandregenpfeifer, verschiedene Schwalbenarten, Flamingos und Schwarzstörche.

Fluß im Westen:

Folgende Vogelarten sind hier bereits gesichtet worden: Triel, Rotkopfwürger, Schwarzstirnwürger, Rotflügel-Brachschwalbe, Seeregenpfeifer, Alpensegler und die Weißflügel-Seeschwalbe.

 

Fluß im Osten:

Aus unserem Vogel-Logbuch ist ersichtlich, dass hier Blasspötter, Gartengrasmücke, Fluss-Seeschwalbe, Zwergseeschwalbe, Kappenammer, Baumfalke und Seidenreiher gesichtet wurden. 

 

Nützliche Informationen:

Für weitere Informationen zur Vogelbeobachtung aus erster Hand besuchen Sie bitte die Website unseres Gastes, Steve Dudley, unter www.toadsnatcher.com.

 Kontaktieren Sie uns direkt, Ihr Reisebüro oder eine örtliche Vogelbeobachtungs-Organisation/ Naturschutzbund, wenn Sie gerne eine Birdwatching-Saison auf Lesbos erleben möchten. Gerade zum Vogelzug im Frühjahr (Mitte April bis Mitte Mai) empfehlen wir Ihnen eine frühzeitige Reservierung. Bei Vogelkundlern ist diese Jahreszeit äußerst beliebt und bereits zum Großteil ein Jahr im voraus ausgebucht. An der Rezeption unseres Hauses liegt zu Ihrer Information ein Vogel-Logbuch aus. Gerne können Sie dort Ihre eigenen Beobachtungen dokumentieren. Gleichzeitig ist ersichtlich, welche Sichtungen andere Gäste hatten.

 Ferner bieten wir eine Postkarten-Sammlung (16 Stück) „Vögel auf Lesbos“ zum Kauf an.  

 

 

Flora und Fauna

 Lesbos Tier- und Pflanzenwelt ist außergewöhnlich: ein Teil des Naturerbes und ganzer Stolz Griechenlands. Nach neuesten Schätzungen gedeihen auf Lesbos ungefähr 1400-1500 verschiedene Pflanzen. Ein Reichtum, der sich durch die abwechslungsreichen Biotope, Felsformationen, menschlicher Einwirkung, die Nähe Kleinasiens und - aus geologischer Sicht – die kürzliche Ablösung von der kleinasiatischen Küste, erklärt. 

 Jedes Jahr besuchen viele Gäste die Insel, in der Hoffnung einige seltene Pflanzen und Tiere zu entdecken. Erforschen und genießen Sie die Flora, Fauna und Naturschönheit entweder auf „eigene Faust“ oder auf einer organisierten Tagestour.

Im Frühling zeigt sich die Insel in ihrer ganzen Farbenpracht und bietet wunderschöne Motive und Szenarien. Die vielen sorgfältig gehüteten Pflanzen und Blumen im Innen- und Außenbereich des Hotels Pasiphae bilden eine fruchtbare Oase. Auch sie sind Repräsentanten der Lebenslust der Leswonier.  

 

 

Der versteinerte Wald

 

Vor 15-20 Millionen Jahren bedeckten riesige tropische und subtropische Wälder Lesbos, einmalig in Griechenland und im gesamten Mittelmeerraum. Durch Vulkanausbrüche mit gewaltigen Mengen von Lava und Asche auf der Inselwestseite versteinerten mehr als 200 verschiedene Pflanzenarten und Bäume. Nur durch die natürliche Erosion, die die versteckten Schätze im 19. Jahrhundert freilegte, wurde diese Quelle der prähistorischen und vulkanischen Vergangenheit der Insel entdeckt.
Die versteinerten Baumstämme sind mit einer Höhe von bis zu 20 Metern und einem Durchmesser von bis zu 3 Metern ein großartiges Naturmonument. Zu Quarz und Opal versteinert, lassen sich die Baumriesen noch heute bestaunen. Der Besucher erkennt noch immer die Rinde, die Jahresringe und den inneren Aufbau des Holzes.

In der Nähe von Sigri wurde der Naturschutzpark „Versteinerter Wald“ auf einer Fläche von ca. 40.000 Morgen mit diversen Wander- und Spazierwegen angelegt. Er ist einer von wenigen in der Welt, aber der Einzige, dessen versteinerte Baumstämme über einen Wurzelstock verfügen. In Sigri selbst befindet sich das Naturhistorische Museum mit einer anschaulichen Ausstellung der versteinerten Blätter, Bäume und Pflanzen, sowie ausführliche Erklärungen der vulkanischen Tätigkeiten auf Lesbos. 

 

 

Olivenbäume

 

Oliven sind mehr als alles andere, das Kennzeichen der Insel. Über 11 Millionen Olivenbäume erbringen eine jährliche Ernte von 20.000 Tonnen Oliven. Die Ernte wird vielfach noch auf traditionelle Weise eingebracht, da Esel und Menschen zum Teil die einzigen sind, die die Olivenhaine erreichen können.

Auch für das Ökosystem sind die Olivenbäume von größter Wichtigkeit. Die Bäume und die sie umgebenden Terrassen schützen den Boden vor Erosion und Austrocknung und verwandeln so die Landschaft und Pflanzenwelt dieser fruchtbaren Insel.
Der Verfall des Verkaufspreises für Olivenöl beunruhigte viele Bauern, angesichts des Trends der jüngeren Generation den Pflegeaufwand für die Bäume und Haine nicht mehr zu betreiben. Dieser war und ist aber die Voraussetzung für das „goldene Öl“ von Lesbos als Qualitätsprodukt.

In Zusammenarbeit mit örtlichen Olivenhain-Besitzern organisiert das Hotel Pasiphae auf Wunsch die Teilnahme an der traditionellen Olivenernte (mind. 5 Personen ab Mitte November).

 

Der atemberaubende Frühling

 

Wenn der Mandelbaum blüht, ist der Frühling nicht mehr fern, und wenn der Flieder die Luft mit seinem verführerischen Duft erfüllt, ist Ostern. Nach der Regenperiode im Winter gleicht die Natur dann einer Explosion von Leben und Farben. Ein jeder hat das Gefühl, man könne den Gräsern und Blumen beim Wachsen zuschauen.

Im Frühjahr leuchten die roten Mohnblumenfelder, große Flächen sind mit Wildblumen, Pfingstrosen, Windröschen und Pimpernellen bedeckt. Vielleicht entdecken Sie einige der seltenen Arten wie z.B. Milchstern, Sternklee oder den breitblätterigen Stendelwurz. Lesbos ist bekannt für seine Orchideen-Vielfalt; es gibt ungefähr 70 verschiedene Arten u.a. Bienenragwurz, französisches und italienisches Knabenkraut.
Pechnelken, Natternköpfe, Wicken, Malven und Zistrosen sind mittlerweile überall auf der Insel zu finden.

Rhododendron luteum und Haplophyllum megalanthum sind nur auf Lesbos heimisch. Eine weitere endemische Pflanzenart ist das Alyssum lesbiacum (Steinkraut). Unter Federführung der EU INTEREG II wurde ein kleiner Führer „The Footpaths of Rhododendron“ aufgelegt, der Ihnen die interessantesten Routen erklärt. Weiterhin können Sie seltene Arten wie Königsfarn, Quirl-Tännel, Leimkraut und sogar die exotische Bartorchis auf Lesbos entdecken. 

 

 

Tierwelt

 

Lesbos ganzer Stolz ist das Vorkommen von über 50 verschiedenen Schmetterlingsarten. In den Bergen können Sie desöfteren den Hochalpen-Apollofalter auf seinem Flug beobachten. Balkan-Schachbrett-Falter und zwei Arten des Schwalbenschwanzes sind auf der ganzen Insel heimisch.

An Steinmauern und in felsiger Umgebung fühlen sich verschiedene Eidechsenarten sehr wohl; allen voran der Europäische Halbfingergecko. Von den vielen Amphibien die auf Lesbos leben, möchten wir hier nur die Sumpfschildkröte, die Maurische Landschildkröte, den Laubfrosch und die Wechselkröte erwähnen.

Wer in der Dunkelheit über die Landstraße fährt, sieht hin und wieder Rotfüchse über die Straße huschen, und irgendwo klettert immer ein Eichhörnchen in die Bäume. Auch einige Schlangenarten leben auf Lesbos, aber nur eine Otternart ist giftig.

Der rot-braune Skorpion ist giftig. Sein Biss ist sehr schmerzhaft, aber unter normalen Umständen nicht lebensgefährlich. Hin und wieder sieht man Schlangen die Straße überqueren, aber genau wie die Skorpione sind sie selten in bewohnten Gebieten zu finden. Sollten Sie von einer Schlange oder Skorpion gebissen werden oder sie zeigen eine allergische Reaktion auf Bienen- oder Hornissenstiche, zögern Sie nicht unser Krankenhaus aufzusuchen, die auf solche Vorkommnisse spezialisiert sind.

 

 

In Agia Paraskevi, einem Nachbarort von Kalloni-Stadt, befindet sich ein Tierkrankenhaus für verwundete Wildtiere und Vögel. Ziel ist es, die Tiere nach der Genesung wieder in die Freiheit zu entlassen oder eine neue Unterbringung zu finden. Die von einem niederländischen Ehepaar geführte Klinik ist für Besucher geöffnet; es empfiehlt sich jedoch eine telefonische Voranmeldung
(0030 22530 32006). Da sich die Klinik durch Privatgelder finanziert, sind Spenden natürlich immer
willkommen. Website: www.wildlifeoplesbos.net

Im Gegensatz zu den Wildtieren sind die Haustiere ein Synonym für das Alltagsleben. Ziegen- und Schafherden, Esel, Maultiere und Pferde gehören ebenso zum Inselbild wie die zahlreichen streunenden Hunde und Katzen. Auch ohne Halsband haben viele dieser Hunde und Katzen einen Besitzer! Da sie in der Regel sehr friedfertig sind, werden sie in der Nähe von Tavernen und Cafés geduldet.

Unglückliche Bebauung, Überweidung, moderne Entwicklung und der Tourismus stellen eine Bedrohung für die Natur und eine Veränderung der Insel dar. Hoffnungen werden durch das wachsende Umweltbewusstsein genährt. Weiterhin schafft auch das Interesse an ökologischen Wegen und sanftem Tourismus Raum für eine optimistische Zukunft dieser fantastischen Insel.

 

Vogel-Checkliste im Frühling

            mit freundlicher Unterstützung der Speyside Wildlife www.speysidewildlife.co.uk

 

Zahlencodierung:         1 = gute und häufige Möglichkeiten der Sichtung

                                    2 = Sichtung möglich

                                    3 = Sichtung selten

                                     

                                  GESICHTETE VOEGEL

 

 

 

Translation: Sabine Buehler